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Reise in ein besetztes Land

Delegationsreise von deutschen Abgeordneten der Linkspartei zu den Feierlichkeiten des kurdischen Neujahrsfestes Newroz.

Fotos: Karin Desmarowitz

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Die diesjährigen Newroz-Feiern in der Türkei waren eine beeindruckende Abstimmung mit den Füßen für Frieden und Freiheit in Kurdistan. Mehr als doppelt so viel Menschen wie je zuvor haben an den Feiern rund um den 21. März 2010 teilgenommen. Allein in Diyarbakir, Kurdistans heimlicher Hauptstadt, waren bis zu 1 Million Menschen auf den Beinen. Die jährlichen Newroz-Feiern sind das zentrale Moment für die kurdische Bevölkerung, ihre Kultur und ihren Kampf um Selbstbestimmung zu feiern.

In diesem Jahr konnten zum ersten Mal Newroz-Feiern in allen Städten ohne nennenswerte Behinderungen durch Militär und Polizei durchgeführt werden. Selbst viele staatstragende Medien berichteten erstmalig über die Feiern, die noch vor wenigen Jahren massiv behindert und bekämpft worden waren. Wir haben an den Newroz-Feiern in Batman (ca. 500.000 TeilnehmerInnen), Sirnak (20.000) und Cizre (100.000) teilgenommen, die allesamt friedlich und ausgelassen begangen wurden. Zwar gab es mehrere Polizeisperren mit ausgiebigen Kontrollen sowie schwer bewaffnete Soldaten (zum Teil mit Maschinengewehr im Anschlag) rund um die Feste, die jedoch anscheinend niemanden am Besuch der Festlichkeiten hinderten. Trotzdem hatten wir auf allen unseren Fahrten angesichts der vielen Panzer, Garnisonen und Straßensperren den Eindruck, in einem besetzten Land zu sein.

Deutschland und Hamburg sind mit Kurdistan auf mehrfacher Weise verbunden: Viele Kurden leben und arbeiten in Hamburg und in Kurdistan sahen wir viele deutsche Waffen und Panzer.

(aus der Pressemitteilung der Delegierten)

Diyarbakir, die "heimliche" Hauptstadt Kurdistans


Fotografen und Journalisten
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